Partnerschaftsjubiläum


In diesem Jahr feiern wir das 10jährige Bestehen unserer Partnerschaft mit der Pfarrei Nkanka. Aus diesem Anlass waren sechs Freunde aus der Partnergemeinde für einige Tage im Juni unsere Gäste. Höhepunkt der Besuchstage war das Begegnungsfest am Sonntag, 22.Juni 2014.

nach oben

verspätete, aber glückliche Ankunft im Pfarrzentrum

Man bot den Gästen eine Woche lang ein sehr abwechslungsreiches Programm.

Sie lernten die Pfarrei und Gemeinde Erfenbach näher kennen, interessierten sich für Kuhhaltung und Milchwirtschaft auf dem Bauernhof, erlebten ein Kinderfest in der Fuchsdelle und wurden konfrontiert mit den Strukturen der Pfarreiengemeinschaft. Auf dem Potzberg sahen sie eine der besten Freiflug-Vogelvorführungen Europas. In Kaiserslautern ging es ans Rathaus, über den Markt und ins FCK-Museum.

Ein Abstecher nach Köln führte in die Zentrale des Kolpingwerkes, an das Grab Adolph Kolpings in der Minoritenkirche, in den Dom und Kolpings Geburtshaus in Kerpen. Auch die Bistumsstadt Speyer lernten die Ruander kennen. Mit dem Dom vertraut machte sie Weihbischof Otto Georgens, und mit einer Fahrt auf dem Rhein ging ein Wunsch der Gäste in Erfüllung. An einem Abend hatten die Ruander die Küche im Pfarrzentrum in Beschlag genommen, als sie für ihre Gastgeber die Kochlöffel rührten; es gab Maniok und kleine getrocknete Fische in einer Tomatensoße. Gegessen wurde das Gericht mit den Fingern. Die Abende wurden zu persönlichen Gesprächen zwischen den Ruandern und den Mitgliedern der Pfarrei genutzt.

Führung durch das Museum des 1.FCK

Höhepunkt der Besuchswoche war ohne Frage der Festgottesdienst am Sonntag, dem 22.Juni 2014 mit Weihbischof Otto Georgens. Dem feierlichen Pontifikalamt schloss sich ein von Herzlichkeit geprägtes Fest der Begegnung zwischen Kirche und Pfarrzentrum an.

ruandische Frauen in deutscher Küche

Voller Erfahrungen und Erlebnisse waren die Tage für die afrikanischen wie deutschen Partner gleichermaßen. Was letztendlich bleibt und zählt sind die ganz persönlichen Begegnungen. Auf beiden Seiten. Für eine kleine Delegation gibt es im August ein Wiedersehen in Ruanda, denn auch dort wird das Jubiläum noch einmal gefeiert. Ein weiterer Baustein im Gebäude der Partnerschaft.

Gottesdienst mit Weihbischof Otto Georgens mit Abbé Paulin Habimana und den ehemaligen Erfenbacher Pfarrern

Abschiedsfoto

Erlebnisreiche Tage mit Partnerdelegation aus Nkanka


Die sechs ruandischen Gäste aus Nkanka, die vom 14. bis 23. Juni in Erfenbach weilten, sind wohlbehalten wieder in ihre afrikanische Heimat zurückgekehrt. Anlass des Besuchs war der „Geburtstag“ der Partnerschaft, die Nkanka und Erfenbach seit nunmehr zehn Jahren pflegen. Und weil Partnerschaft ohne Begegnung keinen Sinn macht.

„Es gibt nur Freundschaft“


Von Maria Huber

Die Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung – 20. August 2014


Abbé Paulin Habimana lächelt verschmitzt, zaubert eine Tüte hervor und hält sie seinen Gästen aus der Pfalz unter die Nase: „Heute gibt es Weihrauch aus Speyer.“ Zu sechst sind sie angereist, um mit ihm und der Gemeinde zehn Jahre Partnerschaft zwischen den katholischen Pfarrgemeinden Erfenbach und Nkanka am Kivusee im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda zu feiern. Es ist nur eine von vielen Überraschungen, die es in diesen Tagen geben wird.

Beispielsweise die Fahne mit dem Logo des Partnerschaftskreises, die die Pfälzer mitgebracht und feierlich enthüllt haben, 3000 Papstbildchen für die Gottesdienstbesucher, die am Ende nicht reichten, um jedem eins in die Hand zu drücken, so viele Gläubige strömten zum mit Hilfe der Partnerpfarrei wieder aufgebauten Gotteshaus, um mitzufeiern. Die Frauen der pfälzischen Delegation hatten sich ruandisch einkleiden lassen, und die ganze Gruppe hatte ein deutsches Lied einstudiert, um die Gemeinde zu überraschen. Mit Trommlern, Tänzern, Gesang und vielen der in Ruanda üblichen langen Reden feierten Erfenbach und Nkanka ihre Partnerschaft, die sich zu einer Freundschaft entwickelt hat mit gegenseitigen Besuchen, vielen E-Mails, SMS und Telefonaten, die zwischen den Kontinenten hin- und hergeschickt werden.

Dass Bischof Jean Damascène Bimenyimana aus Cyangugu selbst am Altar stand, war selbstverständlich, schließlich ist sein Bistum seit langer Zeit mit dem Bistum Speyer verbunden und er immer wieder in Deutschland und der Pfalz. Viereinhalb Stunden dauerte der Gottesdienst, und danach wurde im Hof der zur Pfarrei gehörenden Grundschule weitergefeiert, gedankt, getanzt und gegessen. Zur Feier des Tages gab es pfälzischen Sekt, den Christoph Immetsberger vom Ruandakreis mitgebracht hatte, viele persönliche Worte und ein besonderes Geschenk für Barbara Schneider, Vorsitzende aus Erfenbach: eine Kuh und ein halbes Dutzend Ziegen, die sie an Arme weiterverschenkte.

Vier Tage später wurden zwei Mitglieder der Delegation feierlich in die Kolpingfamilie Nkanka aufgenommen, die vor vier Jahren mit Unterstützung aus der Pfalz gegründet wurde und inzwischen 30 Mitglieder hat. Immetsberger hatte sich für den Nachmittag etwas Besonderes ausgedacht: Der Chorleiter aus Otterbach gab ein Konzert, mit Orgelklängen aus seiner Heimat und Gesang. Und die Ruander machten aus geplanten 30 Minuten ein über zweistündiges Konzert, steuerten Chöre und Tänzer bei und zauberten eine Überraschung nach der anderen aus dem Hut.

Erfenbacher und Ruander feierten, dachten an die Anfangszeit zurück. „Der Anfang war nicht ganz einfach“, gab Barbara Schneider, die Vorsitzende aus Erfenbach, zu. Doch inzwischen sei eine tiefe Freundschaft entstanden, die „noch lange dauern soll“. „Jeder profitiert vom anderen“, sagte der Pfarrer von Nkanka, der feststellte: „Wir sind per E-Mail und im Gebet verbunden. Das funktioniert auch ohne Sprache.“ Jean de Dieu, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Nkanka, brachte es mit diesen Worten auf den Punkt: „Es gibt keinen Krieg und keine Grenzen, weder was die Hautfarbe noch was die Länder betrifft. Es gibt nur Freundschaft mit Erfenbach.“

Hubert Schneider, Christoph Immetsberger und Thomas Huber hissen im Festgottesdienst die Partnerschaftsfahne. Foto: Maria Huber

Eine Kuh für die Erfenbacher: Als Jubiläumsgeschenk überreichten die Freunde aus Nkanka ihren Freunden aus Erfenbach eine Kuh und ein halbes Dutzend Ziegen. Die Vorsitzende Barbara Schneider (rechts in Gelb) verschenkte die Tiere weiter an arme Familien aus der Pfarrei. Foto: Maria Huber

Unwetter in der Diözese Cyangugu


Wieder einmal traf ein Unglück die Diözese Cyangugu im Südwesten Ruandas. Am Donnerstag den 09.Oktober 2014 fegte ein Orkan mit sintflutartigen Regenfällen und Hagel über das Land und zerstörte viele Gebäude, darunter Schulen, Werkstätten und das Gesundheitszentrum. Betroffen war vor allem Mushaka, der Heimatort unseres Pfarrers Abbé Paulin.

Laut Bischof Jean Damascène Bimenyimana beläuft sich der Schaden auf

ca. 20 000€. Zum Glück gab es keine Tote. Einige Schüler wurden durch zerberstende Glasscheiben leicht verletzt.